Sachverständigenbüro für Anlagentechnik und Gewässerschutz

Prüfung von Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (VAwS)
Beratung im Genehmigungsverfahren nach BImSchG
Zertifizierung von WHG-Fachbetrieben
Bodengutachten zu Umweltschäden und Altlastverdachtsflächen

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Fallbeispiel: Reinigung von chromverunreinigtem Grundwasser

Bild 1: Ionenaustauscher-Harzkügelchen, stark vergrößert

Auf dem Gelände eines holzverarbeitenden Betriebs in Berlin war eine grössere Menge chromhaltigen Holzimprägniermittels ausgelaufen und ins Grundwasser eingesickert. Die Chrom(VI)-Konzentration im Grundwasser lag in einem Beobachtungsbrunnen hundertfach über dem Trinkwasser-Grenzwert und damit weit über dem für die Einleitung in die Kanalisation Zulässigen. Das Abpumpen des verunreinigten Grundwassers in die Kanalisation kam daher ohne Reinigungsschritt nicht in Frage.

Der Einsatz von Ionenaustauscherharz (Bild 1) ist eine kostengünstige Methode, um Schwermetalle wie Chrom(VI) aus dem Grundwasser zu entfernen.

Im Schadenzentrum wurde ein Sanierungsbrunnen niedergebracht, um 2 m3/h abzupumpen. Das abgepumpte Grundwasser wurde dann in einer dreistufigen Ionenaustauscheranlage von Schadstoffen gereinigt und in die Kanalisation geleitet.

Bild 2: Zeitlicher Verlauf der Chrom(VI)-Konzentration im Grundwasser (hintere Kurve) und im Ablauf der Austauschersäulen (vordere Kurven)

Die Chromkonzentration im aufzubereitenden Grundwasser fiel von anfangs 5000 µg/l (= 5 mg/l) nach 4 Wochen auf Zulaufwerte unter 2000 µg/l (Bild 2) . Bis dahin waren rund 1000 m3 Grundwasser aufbereitet worden. Nach Abpumpen von weiteren 2000 m3 Grundwasser ging die Chromkonzentration auf 0.2 mg/l (= 200 µg/l) zurück.

Die Sanierung konnte wenige Wochen nach Inbetriebnahme der Ionenaustauscheranlage im Einvernehmen mit der zuständigen Wasserbehörde abgeschlossen werden.

Die Anwendung von Ionenaustauschern zur Grundwasserreinigung wurde von Dr. Michael Krutz entwickelt und erstmals im Jahr 1987 in einem Schadenfall eingesetzt.


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